Vorab sei gesagt, eine Geräuschentwicklung innerhalb der Waschmaschine bedeutet nicht zwangsläufig einen Totalschaden. Kleine Anwendungsfehler können der Grund für Geräusche sein. 

Wir gehen in diesem Artikel näher auf folgende Punkte ein: 

  • Waschprogramme
  • Standfestigkeit
  • Fremdkörper in der Maschine
  • Fremdkörperfalle
  • Gegenstände zwischen Trommel und Bottich
  • Unwucht – Wäschetrommel überfüllt
  • Keilriemen verschlissen
  • Quietschende Lager
  • mechanische Defekte

Achtung Strom

Hinweis: Die Reparatur eines Elektro-Gerätes setzt Sachkenntnis voraus. Unsachgemäßes Vorgehen kann Sie und andere in Lebensgefahr bringen. Bitte kontaktieren Sie einen Fachmann, es sei denn Sie sind zum Einbau von Ersatzteilen berechtigt. Möglicherweise können Garantieansprüche gegen den Hersteller erlöschen, wenn nicht autorisierte Eingriffe am Gerät durchgeführt werden.

Bevor das Gerät untersucht wird, immer den Netzstecker ziehen!!

 

Waschprogramme

Abhängig von der Gewebeart, den Materialien und Ihren individuellen Einstellungen unterscheiden sich die Programme in der Laufzeit und in der Art der verschiedenen Waschprozesse. Das Schleudern bildet bei allen Programmen den Abschluss. Natürlich kann es zu einer höheren Geräuschentwicklung kommen wenn Sie Turnschuhe waschen (das geht) oder zu weniger Geräuschen wenn Sie z.B. feine Seidenoberteile für besondere Anlässe waschen.

Standfestigkeit

Über-Kreuz-Test

In Ihrer Waschmaschine entstehen während des Waschens und vor allem beim Schleudern enorme Kräfte. Das Gewicht des Wassers und der Wäsche zerrt an allen Federn, Lagern und Aufhängungen. 

Überkreuztest

Steht Ihre Maschine auf unebenen Untergrund z.B. unsauber verlegte Fliesen, breite Fugen oder elastische Holzböden kann schon ein leicht unebener Stand zu einer erhöhten Geräuschentwicklung führen.

Ihre Waschmaschine sollte gerade – in der Waage – aufgestellt sein. Stabile Untergründe und perfekt ausgerichtete Maschinenfüße unterstützen sie dabei. Prüfen Sie ob diese Bedingungen erfüllt sind und justiere Sie ggf. die Füße neu um die Maschine zu stabilisieren.

Vibrationsdämpfer oder eine Vibrationsmatte können dabei helfen, die Geräusche zu minimieren. 

 

Fremdkörper in der Maschine

Leider kommt es immer wieder vor, dass man aus Zeitgründen oder aus purer Vergesslichkeit nicht daran denkt, die Textilien auf Fremdkörper zu untersuchen. So können Münzen, Schlüssel, Schrauben, BH-Bügel, Nägel, Knöpfe, große Schieber an Reißverschlüssen oder Anhänger in der Waschtrommel eine Menge Lärm erzeugen.

Beseitigen Sie die Fremdkörper soweit es geht aus der Trommel, um evtl. Folgeschäden zu vermeiden.

TIPP:

⛔️Schalten Sie die Maschine aus und ziehen Sie den Netzstecker ⛔️,

Versuchen Sie die Waschtrommel von Hand zu drehen oder hin – und her zu schwingen. Hören Sie dann immer noch Kratz – und / oder Schleifgeräusche, dann hat sich ein Fremdkörper festgesetzt, den Sie entfernen sollten. 

 

Fremdkörperfalle

LaugenpumpeKleinteile werden häufig zusammen mit dem Schmutzwasser aus der Maschine herausgepumpt. Einige der Teile werden schließlich von der Fremdkörperfalle aufgefangen. Eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung ist daher unerlässlich, da sich die unliebsamen Gegenstände im Flügelrad der Fremdkörperfalle verheddern können.

 

Gegenstände zwischen Trommel und Bottich

Gelangen Gegenstände zwischen Bottich und Trommel, ist das veränderte Klangbild kaum zu überhören. Unregelmäßiges lautes Schleifen, Klopfen und Kratzen sind sichere Anzeichen dafür, 

Mitnehmer

dass Handlungsbedarf besteht. Nicht nur, dass die Maschine mitsamt Lager, Heizstab und Temperatursensoren beschädigt werden kann – auch deine Textilien können leiden. Zerrissenes Gewebe und Löcher in der Kleidung durch in der Trommel verhakte Fremdkörper braucht wirklich niemand. 

Ein häufiges Indiz für Gegenstände zwischen der Trommel und dem Bottich sind abgetrennte Mitnehmer. Die Mitnehmer transportieren die Wäsche innerhalb der Trommel. Wenn die Mitnehmer in der Trommel wie abgesäbelt umher geworfen werden, dann liegt es meistens an einem Fremdkörper hinter der Trommel.

 

Unwucht – Wäschetrommel überfüllt

Zuviel Wäsche oder ungleichmäßig verteiltes Waschgut wie z.B. die Kombination aus Wäschestücke und Sneaker, Rucksäcke oder ähnlichen Gegenstände, lassen die Wäschetrommel unrund laufen. Landläufig ausgedrückt – die Wäschetrommel eiert. Beim Schleudern – insbesondere zu Beginn des Schleuderprogramms sind die Aufhängungen der Trommel überfordert und die Trommel schlägt deutlich hörbar gegen den Bottich. Im schlimmsten Fall findet der Schleudervorgang nicht statt, da die Trommel durch die fehlende Balance nicht auf Touren kommt.

Prüfen Sie nach, ob der Inhalt der Trommel nicht anders arrangiert werden kann bzw. ob gewisse Teile auf das Schleudern ganz verzichten können.

Bisher haben wir Ursachen für lautes Schleudern ausfindig gemacht, die Sie mit wenigen Handgriffen selbst beseitigen können.

Es gibt allerdings Geräusche die auf ein defektes Teil innerhalb der Maschine hindeuten. Dazu zählen ein verschlissener Keilriemen, ausgeschlagene oder trockene Lager, verschlissene Stoßdämpfer und lockere Federn.

 

Der Keilriemen

Riemen

Der Keilriemen hat die Aufgabe, eine Verbindung zwischen dem Motor der Maschine und der Waschtrommel herzustellen. Er überträgt die Motorleistung auf die Trommel. Ob Sie waschen oder schleudern, dem Keilriemen werden Höchstleistungen abverlangt. Dies ist auch der Grund, dass er in den allermeisten Fällen die Hauptschuld am lauten Quietschen trägt.

Im Laufe der Zeit kann der Riemen – je nach Beanspruchung der Maschine – locker werden. In diesem Fall bildet sich ein Schlupf im Antrieb. Das bedeutet, dass der Riemen nicht mehr in der Lage ist, die Trommel in der Geschwindigkeit zu drehen, wie sie der Motor respektive Ihr gewähltes Waschprogramm verlangt. Am Ende des Waschprogramms wird die Waschtrommel vom Motor bzw. vom Keilriemen abgebremst und zum Anhalten gezwungen. Dreht der Riemen durch, kommt es zu der unerwünschten akustischen Belästigungen. Das Gute an diesem Fehler ist, dass er offensichtlich ist. Einen Verschleiß durch Materialabrieb können Sie sofort erkennen, wenn Sie sich den Riemen anschauen. Gummiabrieb, ausgefranste Textilstücke am Keilriemen deuten auf einen Verschleiß hin.

Ein weiteres Kriterium ist die Spannung des Riemens. Nur ein unbeweglicher, sehr straff gespannter Riemen bringt die gewünschte Leistung.

Ist der Riemen schadhaft, kann er problemlos ausgetauscht werden. Sitzt er zu locker, wird er nachjustiert und wieder neu unter Spannung gesetzt.

 

Quietschende Lager

Waschmaschinenlager

Ein Lagerschaden an der Waschmaschine ist recht unangenehm. Er macht sich durch schleifende Geräusche oder beim Schleudergang durch ein lautes Geräusch ähnlich wie bei einem Helikopter bemerkbar. Ob es sich wirklich um einen Lagerschaden handelt, können Sie selbst überprüfen. 

Klären wir zunächst einmal wodurch ein Lagerschaden entstehen kann. – Noch eins vorab – in den meisten Fällen tritt konstruktionsbedingt ein Lagerschaden eher an Frontladern auf, als bei Topladern. Beim Toplader ruht die Wäschetrommel auf dem senkrecht eingebauten Kugellager, während es beim Frontlader waagerecht eingebaut ist. Es treten im Gegensatz zum Toplader bei beladener Maschine, extreme Hebelkräfte auf, die einen höheren Verschleiß erzeugen als jene beim Toplader.

Die Lager – davon gibt es in der Regel zwei – werden vom Fachmann als sogenannte Kugel- oder Wälzlager bezeichnet. Die Lager sind ab Werk geölt und gegen Wassereintritt mit entsprechenden Dichtungen versehen, damit die Schmierstoffe nicht ausgespült werden.

Schädigung durch Feuchtigkeit

Im Laufe der Zeit werden die Dichtungen Ihrer Waschmaschine durch hohe Temperaturunterschiede, starken Belastungen und dem Kontakt mit Waschmittellauge beschädigt. Sind die Dichtungen porös und spröde, kann Wasser und Waschmittel in die Lager eintreten. Was dann passiert dürfte jedem einleuchten – Schmierstoffe werden ausgewaschen und beseitigt, an den Metallteilen entsteht Korrosion (Rost) und die Reibungskräfte zerstören die Lager.

Sind die Lager komplett zerstört tropft Wasser aus der Waschtrommel durch die Dichtungen ins Innere Ihrer Waschmaschine. Bis diese Schadensqualität erreicht ist, gibt es frühe Anzeichen und Symptome anhand derer Sie im Vorfeld einen Lagerschaden diagnostizieren können. Ob Sie frühzeitig einen Lagerschaden erkennen oder erst zu dem Zeitpunkt, an dem braunes Rostwasser aus Ihrer Waschmaschine läuft – in beiden Fällen besteht akuter Handlungsbedarf.

Erste Anzeichen für einen Lagerschaden

Ist das Kugel- bzw. Wälzlager Ihrer Waschmaschine beschädigt, können Sie anhand einiger Indizien eruieren, ob ein Lagerwechsel erforderlich wird.

Waschtrommel

Im normalen Waschbetrieb können Sie eventuelle Schäden am Lager der Maschine, aufgrund der normalen Geräuschentwicklung, nicht sofort erkennen. Zur Überprüfung sollte die Wäschetrommel leer sein. Greifen Sie nun in Waschtrommel und drehen Sie diese von Hand. Ein beschädigtes Lager macht durch klackernde, schleifende und metallisch klingende Geräusche auf sich aufmerksam. Bei stärkerer Beschädigung können Sie die Trommel ein oder zwei Millimeter in der Senkrechten hoch – und runter bewegen.

 

Generell ist die Waschtrommel flexibel und beweglich aufgehängt – dennoch ist eine leicht anhebbare Trommel ein sicheres Indiz für einen Lagerschaden. Sind Lagerschäden besonders ausgeprägt, so haben sich bereits Leckagen gebildet, die Waschwasser in das Waschmaschinengehäuse laufen lassen. Dabei bildet sich eine braun-schwarze Brühe aus Rost, Schmiermittel und Metallabrieb, die aus Ihrer Maschine herausläuft.

Gut ausgestattete Geräte verfügen über einen Schutzschaltung, die mittels eines Sensors einen unkontrollierten Wasseraus- bzw. eintritt meldet und für eine schnell Abschaltung der Waschmaschine sorgt. Ist ein solcher Schutzmechanismus nicht vorhanden, dann können Sie Ihre Maschine hinten leicht Anheben bzw. nach vorne kippen. Tritt ein braun-schwarzes Wassergemisch aus dem Gerät aus, dann handelt es sich definitiv um einen Lagerschaden.

 

Achtung StromWichtig ist vorher die Stromzufuhr zu unterbrechen (Netzstecker ziehen).

 

Um jeden Zweifel zu beseitigen können Sie noch die Rückwand der Waschmaschine aufschrauben.

Haben Sie die Schrauben der Rückwand gelöst, können Sie einen Blick ins Innenleben der Waschmaschine werfen. Erkennen Sie unterhalb des Trommellagers rostrote, bräunliche Laufspuren von schmutzigem Wasser, könnte ein Lagerschaden die Ursache sein.

Mechanische Defekte

Bevor es zu Lagerschäden kommt, sind meistens andere Bauteile betroffen. Zur Stabilisierung der Wäschetrommel und somit der gesamten Maschine sind Federn, Stoßdämpfer, Brems- u. Reibungsbacken bzw. Federbeine verbaut. Ist eines dieser Bauteile schadhaft, macht dieser Fehler durch laute Klopfgeräusche – vorzugsweise beim Schleudern – auf sich aufmerksam. Werden diese Defekte nicht behoben, müssen die Lager die Schwingungen der Trommel auffangen. Die Gefahr, dass auf Dauer ein Lagerschaden entsteht, erhöht sich durch diesen Umstand natürlich.

Dabei lässt sich ein tiefgehender Schaden wie defekte Lager vereiteln wenn man die Stoßdämpfer im Auge behält.

Aufgabe der Stoßdämpfer

Während des Waschens und insbesondere beim Schleudern treten innerhalb der Waschmaschine enorme Kräfte auf. Ähnlich wie bei Ihrem Auto, vermindern bzw. verhindern Stoßdämpfer die Übertragung direkter "Schläge" auf das Innenleben der Maschine. Damit die Schleuderkräfte nicht an das Waschmaschinengehäuse übertragen werden, ist die Trommel an Federn und Stoßdämpfern aufgehängt. Die Stoßdämpfer absorbieren die Schwingungen und die Maschine bleibt trotz der Turbulenzen ruhig an ihrem Platz stehen.

Bautechnisch bedingt variieren die Stoßdämpfer bezüglich ihres Dämpfungspotenzials und ihres Federwegs. Die korrekte Bezeichnung lautet: Reibungsdämpfer. Da die Dämpfwirkung durch Reibung entsteht. 

Stoßdämpfer defekt

StoßdämpferWenn Ihre Waschmaschine laute schlagende Geräusche von sich gibt, unruhig rundläuft oder "tanzt", muss dies nicht zwangsläufig an defekten Stoßdämpfern liegen. Oft sind es banale Dinge, wie ein unebener Boden oder eine ungleichmäßig gefüllte Wäschetrommel, die ursächlich für diese Geräusche sind.

Wenn nach der Beseitigung dieser Fehlerquellen die mahlenden und schlagenden Geräusche weiter hörbar sind, sollten Sie die Stoßdämpfer überprüfen.

Überprüfen der Stoßdämpfer

Um zu testen, ob die Stoßdämpfer verschlissen sind, drücken Sie die entleerte Trommel nach unten. Bei intakten Stoßdämpfern schwingt die Trommel bei nachlassendem Druck wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Verharrt die Trommel im heruntergedrückten Zustand, sind die Dämpfer defekt.